
Fotogalerie „Australian Wildlife“
5. Dezember 20253 Monate im Land Rover durch die Wildnis von Namibia und Botswana
Es soll nochmal losgehen. Einmal noch das ganz große Abenteuer. Drei Monate durch’s südliche Afrika. Von Ende August bis Ende November. Drei Monate im eigenen Geländewagen durch Savanne, Busch und Wüste. Entlang der Küste und tief durch’s einsame Inland. Schlafen im Dachzelt und Kochen am Lagerfeuer. Namibia, Botswana, eventuell noch etwas Sambia und Südafrika. Vielleicht unser letztes Abenteuer dieser Art. Klingt spektakulär? Absolut. Macht es Angst? Auch ein wenig. Zugegeben.


Für Hetty und mich ist es nicht das erste Mal, dass wir afrikanischen Boden betreten werden. Beide waren wir unabhängig voneinander in Kenia und Tansania unterwegs und zusammen bereits mehrfach in Namibia und Südafrika. Das erste Mal 1996. Damals mieteten wir uns in Windhoek das billigste Mietauto, das dort zu kriegen war: ein Golf 1. Der war damals in Europa schon fast ein Oldtimer, aber durch die Namibwüste fuhr er noch. Über hunderte Kilometer ausgewaschene Wellblechpiste. Bis die Tür hinten klemmte und ständig roter Staub ins Wageninnere wehte. Und ein Reifen ging unterwegs natürlich auch kaputt. Aber egal, wir waren in Afrika unterwegs – auf eigene Faust!
Diesmal wollen wir unser eigenes Auto mitnehmen. Den Land Rover Defender, den wir in den letzten Jahren zum Reisefahrzeug ausgebaut haben (Details zum Ausbau siehe hier). Mit ihm waren wir in den letzten Jahren schon in einigen europäischen Ländern unterwegs und haben Offroad- und Camping-Erfahrung gesammelt (hier die jeweiligen Reiseberichte aus Schweden – Schottland – Korsika – Albanien).
Für diese Reise muss der Defender nun per Schiffscontainer nach Walvis Bay gebracht werden, Namibias einzigem Tiefseehafen. Die Anreise auf dem Landwege wäre viel zu aufwändig und zeitraubend. Die Verschiffung allerdings ist völliges Neuland für uns und eine ziemlich komplizierte (und auch durchaus kostspielige) Operation. Aber bei 3 Monaten Aufenthalt ist sie immer noch billiger, als ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug vor Ort zu mieten.

Etwas preiswerter wird es, wenn man sich einen der riesigen standardisierten 40-Fuß-Container mit einem anderen Fahrzeug teilt. Platz genug ist darin. Also haben wir einen Aufruf in diversen Internetforen geschaltet, um einen sogenannten „Container Buddy“ zu finden. Schließlich hat sich ein junges Paar aus Frankfurt gemeldet: Alica und Benedikt. Die beiden haben sich ein Sabbatical genommen und wollen mit ihrem alten Defender auf Weltreise gehen. Startpunkt ist für sie ebenfalls Walvis Bay.
Gut 4 Wochen werden unsere Land Rover im Schiff unterwegs sein. So ganz genau weiß man das vorher nicht. Die Ankunft kann sich aufgrund von schwierigen Wetterbedingungen auf See immer noch verschieben. Entsprechend haben wir etwas „Luft“ eingeplant für die Wagenübernahme im Hafen. Und dann hoffen wir mal, dass das Schiff rechtzeitig eintrifft und wir nicht plötzlich ohne Auto dastehen…
Für die Rücktour müssen wir noch Partner für die Verschiffung finden, aber dafür ist es noch etwas früh. Die meisten „Overlander“, die gerade in Afrika unterwegs sind, planen nicht so lange im Voraus. Also kümmern wir uns später darum.

Einen Teil unserer Reise werden wir diesmal nicht alleine unterwegs sein: die ersten 2 Wochen werden unser Sohn Floris und seine Partnerin Felicitas mit dabei sein. Sie werden uns mit einem eigenen Mietwagen durch die Mitte und den Norden Namibias sowie die Zambesi-Region bis nach Botswana begleiten.

Und zum Ende der Reise im November erwarten wir meine Schwester Gudrun und ihren Mann Maic in Windhoek. Sie werden sich dort ebenfalls ein expeditionsfähiges Fahrzeug mieten. Und wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, dann wagen wir uns zum Abschluss mit ihnen im Konvoi auch in die entlegeneren und einsameren Gebiete im Nordwesten Namibias: die Skelettküste und das Kaokoveld. Wie realistisch diese Planung ist, wird sich letztendlich erst vor Ort herausstellen. Auch die klimatischen Bedingungen werden dann eine Rolle spielen. Zu der Zeit wird es langsam Sommer auf der Südhalbkugel und in der Wüste kann es dann unangenehm heiß werden.

Dazwischen freuen wir uns auf abenteuerliche Camping-Safaris in den ausgedehnten Nationalparks Botswanas, einen zweiwöchigen Arbeitsaufenthalt in einer Eco-Lodge in Nata, auf Wüstentouren im namibischen Teil der Kalahari und Wanderungen am Fish River Canyon an der Grenze zu Südafrika. Und dann werden wir uns wohl zwischendurch auch mal eine kleine Auszeit vom Reisen in dem urigen Küstenstädtchen Swakopmund gönnen – Urlaub vom Reisen sozusagen. 😉
Vieles wird für uns Neuland sein. Einiges wird uns ganz schön fordern. Und bei Manchem werden wir uns fragen, ob wir uns vielleicht zu viel zugetraut haben. Aber das wird sich vor Ort zeigen.

Vielleicht gibt es unter Euch ja auch Reisende, die im südlichen Afrika bereits Erfahrungen auf ähnlichen Touren gesammelt haben? Vielleicht könnt Ihr uns praktische Tipps und Hinweise geben? Orte oder Unterkünfte, die Euch besonders gut gefallen haben, Dinge die Ihr vielleicht nicht mehr oder eben ganz anders machen würdet? Dann schreibt uns gerne einen Kommentar unter diesen Artikel, wir freuen uns über jede Anregung und jeden Austausch!
Und bis wir endlich aufbrechen, versuchen wir uns so gut es geht vorzubereiten und uns wenn schon nicht auf alle, so doch zumindest auf möglichst viele Eventualitäten einer solchen komplett selbst organisierten Reise einzustellen. Aber ein Rest Abenteuer wird immer bleiben. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Rest in diesem Fall ein ganz schön großer sein wird….
Aber wie heißt es so schön: „Outside the comfortzone is where the magic happens!“


Hettys perspektief:
Letztes Jahr drei Monate Australien und jetzt drei Monate Afrika:
Was für ein unglaublicher Luxus eigentlich. Wir lieben Afrika: die Luft, den Geruch, die wunderschönen Farben, die atemberaubende Landschaft, die überwältigende Natur und die herrlichen Tiere. Die Leute fragen oft: Habt ihr keine Angst, ausgeraubt zu werden, oder ist es dort nicht gefährlich? Das empfinden wir nicht so; ich persönlich habe mehr Angst vor den Tieren als vor den lieben Menschen, die wir dort bisher getroffen haben. Ganz allein in der Wüste zu stehen ist so wunderschön – man fühlt sich eins mit der Natur! Und dann diese herrlichen Nächte, in denen die Milchstraße so klar am Himmel leuchtet. Wirklich spektakulär.
Vor einigen Jahren war ich sogar mit drei anderen Frauen in Namibia. Wir haben dort ein Auto gemietet und sind zweieinhalb Wochen lang durch ganz Namibia gefahren. Was allerdings lustig war: Bei der Autovermietung mussten wir unglaublich lange warten, und irgendwann fragte ich, wann wir nun an der Reihe wären. Der Herr am Schalter fragte, wann unser Fahrer (ein Mann) kommen würde. Als ich sagte, dass wir vier Frauen seien, wurde er blass und gab uns das beste und zuverlässigste Auto mit. Als wir das Auto wieder abgaben, wurde es von drei Herren auf Kratzer, Dellen usw. untersucht. Sie konnten nichts finden. Da sah ich doch ein kleines bisschen Respekt in ihren Augen – oder war es eher Erleichterung… 😉
Es bleibt natürlich alles spannend. Ich habe inzwischen 81 Malaria-Tabletten bekommen, da es dort zum ersten Mal seit Jahren sehr viel geregnet hat und es viel Wasser und somit auch viele Mücken gibt. Nicht gerade angenehm. Wir werden sehen, wie es läuft.
Wir werden versuchen, in der Zeit, in der wir zu zweit sind, „Slow Travel“ zu praktizieren. Ich bin gespannt, ob uns das gelingt. Normalerweise wollen wir immer viel sehen und sind viel unterwegs, jetzt wollen wir langsamer reisen. Wir müssen nicht mehr alles machen und sehen.
Ich hoffe, dass Ihr unseren Blog wieder verfolgt und dass wir wieder ein schönes Abenteuer daraus machen!

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10 Comments
Weer een avontuur in het vooruitzicht! Heel leuk voor jullie. Veel plezier met de voorpret en voorbereiding!
Ich hatte ein Herz geschickt …
Das ist sehr lieb, Uli, aber mit den Emojis hat WordPress es nicht so…
Ich werde eurem bloc auf jeden Fall wieder folgen und freue mich auf spannende Berichte!
Auf jeden Fall hoffe ich, dass alles gut geht und ihr mit vielen Eindrücken gesund wieder nach Hause kommt, viele liebe Grüße Petra
Danke Dir, Petra! Das hoffen wir auch! Wir finden es diesmal auch besonders spannend, es kann ja doch so einiges schiefgehen, wenn man alles selbst organisiert. Man wird sehen und Du wirst es lesen…! 😉
So cool. Off the beaten track. Das klingt nach einem tollen Abenteuer! Ich wünsche euch viele schöne Erlebnisse und immer sichere Fahrt. Von Herzen für die Freiheit!
Danke für die guten Wünsche, Daniel! Wir freuen uns schon sehr auf das neue Abenteuer! Insbesondere sind wir sehr gespannt, wie sich das Auto schlägt. Beim neuen Defender hört man ja von allen Seiten Unkenrufe wegen der vielen Elektronik, die in dem Wagen verbaut ist. Mal schauen, wie das so wird…
Leuk! Op naar nieuwe avonturen. Nu al zin om jullie te gaan volgen. Veel plezier!
Bedankt, Moniek. Ik weet zeker dat we straks een paar spannende verhalen te vertellen zullen hebben! 😉