
Ein Berg an Vorbereitungen
4. Januar 2019
Grizzlys, überall Grizzlys!
16. Juli 2019Aufgrund der angestrebten Route war klar, dass das Flugzeug eines der wichtigsten Transportmittel für diese Reise sein würde. Nun hatten wir uns in Zeiten des Internets angewöhnt, unsere Flüge selbst herauszusuchen und direkt auf den Webseiten der Fluggesellschaften zu buchen. Nun stellte ich aber nach einigen Recherchen fest, dass sich das mit den Flügen, Tarifen, Verbindungen, Umbuchungsmöglichkeiten etc. bei einer solchen Weltreise doch deutlich komplexer darstellte und entschied, mir diesmal ausnahmsweise ein Reisebüro zu suchen, das mir bei den Buchungen qualifiziert zur Seite stehen sollte:
Da ich das Frühjahr in Berlin verbrachte, um als Regisseur 10 Folgen der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu inszenieren, sah ich mich dort nach etwas Passendem um. Ich stieß auf eine Reisebürokette, deren Internetauftritt eine Spezialisierung in Weltreisen versprach und die ein Büro in meine Nähe in Charlottenburg besaß. Für eine ausführliche Beratung sollte man einen Termin vereinbaren. Das wirkte schon mal ganz fundiert. Also griff ich zum Telefonhörer. Am anderen Ende meldete sich eine sehr junge weibliche Stimme, stellte sich gleich nur mit ihrem Vornamen vor und duzte mich übergangslos. Ich solle am Besten noch am gleichen Tag vorbeikommen, dann könne man ja über alles „quatschen“. Okay, nicht ganz mein Stil, aber gut…
Also fand ich mich kurz darauf in einer Art Hipster-Reisebüro wieder, von dem ich aufgrund seiner betont jugendlichen Aufmachung und seiner ebenso jugendlichen Angestellten annahm, dass es sich eher auf junge Backpacker spezialisiert hatte. Sprich: ich hielt mich für die dortige Zielgruppe locker für 30 Jahre zu alt. Die junge Frau, die zu der leicht schnoddrigen Telefonstimme gehörte, war dann auch eher ein Teen als ein Twen. Und als ich ihr so locker-jugendlich, wie es mir möglich war, unseren Reiseplan in groben Zügen darlegte, merkte ich, dass ich an die Auszubildende des Büros geraten war. Na großartig. Eine weitere kaum älterere Reisebüromitarbeiterin gesellte sich dann auch schnell dazu und versprach gegebenenfalls zu helfen, falls es komplizierter werden sollte. An der Stelle begann ich, mir Sorgen zu machen.
Ich referierte unsere bis dato geplante Flugroute Amsterdam – Salt Lake City – Arequipa, dann Santiago de Chile – Osterinsel – Tahiti – Neuseeland – Australien und zurück. Auf meine Nachfrage, ob es denn günstiger sei, Einzelflüge zu buchen oder eher ein sogenanntes „Round the World“-Ticket, hieß es, die Einzelflüge seien sicherlich billiger, aber man würde das schon noch „checken“. Überhaupt war natürlich alles „ganz easy“… Mit leichten Zweifeln verließ ich das Büro.
Das Reisebüro und ich – eine Odyssee
Kurze Zeit später erreichte mich dann ein erstes Angebot für die Flüge, d. h. es erreichte mich zuerst nicht, da mein Mailprogramm es sofort als „Spam“ identifizierte, womit es nicht ganz falsch lag: Statt von Amsterdam enthielt es einen Abflug von Frankfurt um 6 Uhr morgens (mit der Anmerkung der Flug von Amsterdam sei 1000 Euro teurer, das würde sich nicht lohnen) und statt eines Weiterfluges von Salt Lake City war eine Flugverbindung von Santiago de Chile nach Arequipa aufgeführt. Offensichtlich hatte die junge Azubine den Flughafen-Code verwechselt (SLC und SCL). Hätte man bei sorgfältiger Arbeitsweise drauf kommen können, wäre dann aber vielleicht nicht ganz so „easy“ gewesen. Und die Flüge waren nur bis Auckland/Neuseeland herausgesucht, denn diese ließen sich maximal 12 Monate im Voraus buchen und unsere Reise sollte ja erst im September, also ca. ein halbes Jahr später beginnen. Der Preis für die also noch unvollständige Flugroute sollte sich auf knapp 3400,- Euro pro Person belaufen. Das alles machte auf mich jedenfalls keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck und ich beschloss, ab sofort jede angebotene Verbindung zumindest oberflächlich im Internet nachzurecherchieren. Als erstes stieß ich dabei auf eine Direktverbindung Amsterdam – Salt Lake City für etwas unter 800 Euro…
Mit den Ergebnissen fuhr ich dann nochmal ins Reisebüro. Zum Teil hatte ich auf die Schnelle preiswertere, zum Teil aber auch einfach nur zeitlich komfortablere Verbindungen gefunden. Vor allem aber wollte ich wissen, ob es nun wirklich der günstigere Weg sei, alle Verbindungen mit Einzelbuchungen abzudecken. Oder ob es nicht vielleicht doch besser sei, die vorgesehene Flugstrecke mittels eines „Round the World“-Tickets zu absolvieren. Vor allem, wenn man auf so einer langen Reise flexibel bleiben und ggf. einen Teil der Flüge nochmal umbuchen wolle. Damit kannte sich meine junge Mitarbeiterin nun leider gar nicht aus, aber es kam wieder eine andere Kollegin dazu, und die hatte in der Vergangenheit wohl schonmal damit zu tun gehabt. Nunja, man würde meine Wünsche einarbeiten und auch mal nach einem passenden „RTW-Ticket“ fahnden.
Zwei Tage später kam das nächste Angebot: diesmal beinhaltete die Strecke zwar auch die Flüge nach Neuseeland und Australien, aber der Rückflug nach Hause endete statt in Amsterdam in Dubai (was sich auf telefonische Nachfrage als Übermittlungsfehler herausstellte, der schnell korrigiert wurde.) Und trotzdem sollte das Ganze nur 2945,- Euro pro Person kosten – eben als „Round the World“-Ticket einer Fluglinien-Allianz. Allerdings mussten wegen der erwähnten maximalen Vorausbuchungsmöglichkeit die letzten Flüge als Dummy-Buchung innerhalb der Jahresfrist gemacht und dann eben später kostenpflichtig umgebucht werden, sobald die realen Flugtermine zum Ende unserer Reise zur Verfügung standen. Das klang für mich zwar etwas kompliziert, aber ich war insbesondere vom (Grund-)Preis sehr angetan und wollte schon innerlich Abbuße tun. Jedenfalls bis wiederum zwei Tage später mein Telefon klingelte und mir die junge und mittlerweile gut bekannte, aber immer noch recht schnoddrige Stimme mitteilte, dass die Flüge leider doch 3700,- Euro kosten würden, „weil wir ja auf der von uns gewählten Flugstrecke so viele Meilen verbrauchen würden“. So wie sie es ausdrückte, klang es, als ob diese plötzliche Preiserhöhung irgendwie unsere Schuld sei. Ich reagierte etwas verschnupft. Aber da es mir aber letztendlich immer noch ein guter Preis für die Route zu sein schien, stimmte ich am nächsten Tag zu.
Ob das, was wir da jetzt gebucht haben, wirklich optimal ist, vermag ich nicht mit letzter Bestimmtheit zu sagen. Wenn man mal intensiver in den Internetforen für Weltreisen liest, ergibt sich kein einheitliches Bild zu der Frage, ob Einzelflugbuchungen oder „Round the World“-Tickets die bessere Wahl sind. Zu unterschiedlich sind die individuellen Reiseplanungen und Flugrouten. Auch die Frage „Selber buchen oder im Reisebüro?“ beantwortet sich nicht so leicht. In diesem Falle wollte ich gerne einen Ansprechpartner haben, an den ich mich dann auch von unterwegs mit den notwendigen Umbuchungen von Flügen wenden kann. Wir werden sehen, ob unser Plan aufgeht.
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